About: Libertas Cara!

“Libertas Cara” – der Name mag etwas pathetisch klingen – doch er ist hervorragend geeignet für dieses Blog: “carus” heißt teuer, hoch im Preis, wertvoll aber auch lieb und geschätzt.

Der Titel ist eine Positionsbestimmung:

Die Freiheit ist das wichtigste Gut der westlichen Welt. Doch wird der Wert der Freiheit erst dann richtig geschätzt und geliebt, wenn man auch erkennt, dass dies keine billige Freiheit sein kann; dass die Freiheit verteidigt werden muss und nicht um des lieben Friedens und angeblicher Toleranz willen aufgegeben werden kann. Anderen Kulturen gegenüber gilt dies genauso, wie gegenüber Rechts- und Linksradikalen.

Doch es lassen sich unzähliche Beispiele finden, die zeigen: Ruhe und materielle Gleicheit sind das höchste Gut der Deutschen geworden. Als Garanten der Freiheit scheinen wir nicht zu taugen.

Vor 200 Jahren war dies noch anders: Damals hoffte man noch darauf, dass das Land der Dichter und Denker auch das Land der Freiheit sein könnte. Damals hat Max von Schenkendorf das Lied “Freiheit, die ich meine” geschrieben – in der lateinischen Version “O libertas cara”.

Ist die Hoffnung in Deutschland enttäuscht worden, so sind die Vereinigten Staaten von Amerika bis heute der Garant dafür geblieben, dass auch bei uns die Freiheit erhalten bleibt, die sie uns vor gut 60 Jahren erkämpft haben und für die sie noch immer kämpfen. Denn Freiheit als teures Gut muss verteidigt werden.

Ein teures Gut ist sie nur, wenn sie auch Verantwortung beinhaltet. Nicht nur für sich selbst (das aber vor allem!), sondern auch für den Anderen. Sich auch für andere verantwortlich zu zeigen, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist eine kulturelle Prägung. Die USA und Europa, also die freie westliche Welt, sind von der christlichen Kultur geprägt. Das Christentum hat sich nicht trotz der zur Freiheit führenden Aufklärung bis heute gehalten. Sondern die Aufklärung konnte es nur geben wegen des Christentums. Das Christentum ist es, dass den Menschen nicht in einer Gesetzlichkeit verharren lässt – dies und dies musst Du tun, um Gott zu gefallen – und gleichzeitig ist das Christentum nicht weltfern, lehrt keine Innerlichkeit, die den Nächsten in seinem Wert relativiert.

Diese im Christentum begründeten Werte, Freiheit und Nächstenliebe, sind auch die Werte des Humanismus und der Aufklärung (diese können sie aber eben nicht aus sich selbst heraus begründen). Der Westen kann bzw. muss zu Recht auf diese Werte stolz sein. Diese Werte zu relativieren und die westliche, freiheitliche – und d.h. auch kapitalistische – Kultur als eine mögliche neben anderen darzustellen, hat nichts mit Toleranz zu tun, sondern ist nichts anderes als ein kultureller Rückschritt.

Denn weder der Kommunismus noch der Islam kennen die Freiheit und weder der Hinduismus noch die griechische Philosophie kennen die Nächstenliebe.

Wenn mir der Nächste nicht egal ist, dann erkenne ich auch, dass ich nicht nur für meine Freiheit streiten kann, sondern auch für die Freiheit meines Nächsten eintreten muss. Denn Freiheit ist kein billiges Gut. Freiheit muss verteidigt werden. Sie ist teuer und wertvoll – libertas cara!

(Der Beitrag ist eine weniger zeitgebundene Fassung dieses Posts.)