Was ist bloß los? Der einzige demokratische Staat im Nahen Osten, Israel, wird seit Jahren von einem kleinen autonomen Gebiet aus mit Raketen und durch Terroranschläge angegriffen. Israel verhängt daher eine Handelsblockade, ein international anerkanntes und übliches Mittel, um den Terroristen die Versorgung abzuschneiden. Eine zwilichtige Truppe kündigt an, diese Sperre zu durchbrechen. Und als Israel die Handelsblockade aufrecht erhält, gibt es nicht internationale Solidaritätsbekundungen, sondern stattdessen ruft die UN eine Dringlichkeitssitzung ein, kündigt die arabische Liga an,die Blockade mit allen Mitteln zu durchbrechen und europäische Regierungen zitieren die israelischen Botschafter zu sich. Was ist bloß los?
Dass ich die Politik Israels in den besetzten Gebieten, die allein auf militärische Präsenz aufbaut, für ungeschickt halte, habe ich in diesem Blog schon mehrfach geschrieben. Doch geht es bei der aktuellen internationalen Aufregung längst nicht mehr um eine Abwägung einzelner politischer Maßnahmen der israelischen Regierung.
Der “Hilfskonvoi” hatte in erster Linie das Ziel, den israelischen Staat bloßzustellen. Wäre es wirklich um die Menschen in Gaza gegangen, hätten die Initiatoren ja das Angebot Israels annehmen können, den Hafen Aschdot anlaufen, die Hilfsgüter auf Waffen untersuchen lassen und dann die Waren auf dem Landweg nach Gaza bringen lassen können. Sie haben das Angebot aber abgelehnt. Sie haben, um es einfach zu sagen, Krawall gewollt. Solche Spinner gibt es in jedem Land. Manche laufen am 1.Mai durch Berlin und Hamburg, zünden Autos an und werfen Steine auf Polizisten. Und immer gibt es Menschen, die anschließend nicht die Gewalt der Autonomen, sondern die Reaktion der Polizei verurteilen.
Für eine Gesellschaft gefährlich wird dies erst dann, wenn staatstragende Institutionen und Organisationen sich diese Argumentation zu eigen machen und meinungsbildende Medien sie fördern.
Genau dies ist geschieht im Moment mit Israel, wenn die spanische und türkische Regierung den israelischen Botschafter einbestellen, wenn Ban Ki-moon nu die Aufhebung der Gaza-Blockade fordert, wenn Leitmedien wie die FAZ in Deutschland das Vorgehen Israels verurteilen und Die Welt des Springer-Verlags sich auch nur noch traut ein einerseits – andererseits als Kommentar zu veröffentlichen, und von dem “erwartbaren internationalen Protest” spricht, als sei das als Tatsache hinnehm- und nicht hinterfragbar.
Wie wird die internationale Gemeinschaft reagieren, wenn die arabische Liga ihre Drohung wahr macht und “mit allen Mitteln” die Gaza-Blockade durchbrechen wird? Es ist nichts Gutes zu erwarten. International sind Antisemitismen wieder gesellschaftsfähig geworden.
So fängt es an: Mit einer radikalen Minderheit und einer schweigenden, sympathisierenden Mehrheit.
