Die Debatte um Gewalt gegenüber Kindern durch katholische Geistliche verliert immer mehr an Schärfe und Genauigkeit. Die Vorwürfe werden immer diffuser. Kaum jemand kann benennen, was im Einzelnen welchen Geistlichen vorzuwerfen ist. Kollektiv glaubt die Mehrheit in unserem Land aber dennoch, in der Kirche sei grundsätzlich was faul. Und stelltvertretend hat man sich auf einen Exponenten der Kirche geworfen, dessen klare konservative Ansichten schon immer Widerspruch erregten: Bischof Mixa aus Augsburg. Er ist zurück getreten, wegen nichtiger Gründe allerdings. Wegen ein paar Ohrfeigen und dem Verdacht, er habe Gelder ungenau abgerechnet, der aber noch gar nicht erhärtet ist. Wie konnte das passieren? Wie konnte die Kirche diesem Mann selbst den Rücktritt nahe legen? Glaubte sie, damit die johlende Menge beruhigen zu können, die Köpfe rollen sehen will? Dann hat sie sich geirrt. Jetzt wird man erst Recht neue Gesten der Unterwerfung fordern. Aus der Debatte um die Kirche ist längst eine Hatz gegen die Kirche geworden. Der kommt man nur bei, wenn man die Reihen schließt. Straftäter in den eigenen Reihen muss die Kirche zur Verantwortung ziehen, alle anderen, die jetzt angegriffen werden, muss sie schützen und nicht opfern.
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Warum mußte Bischof Mixa zurücktreten?
Freitag, April 23rd, 2010Viel Lärm… – um nichts? Der Muezzinruf in Rendsburg
Mittwoch, Mai 27th, 2009In dem beschaulichen Städtchen Rendsburg steht die größte Moschee Schleswig-Holsteins. An ihren Minaretten sollen nun Lautsprecher angebracht werden, damit der Muezzinruf auch die Gläubigen der Umgebung zum Gebet ruft. Grundsätzlich sei das kein Problem findet die Stadt Rendburg, nur ein Lärmgutachten müsse noch erstellt werden. Und ein Rendsburger Pastor ergänzt zustimmend: „Ich sage immer, dass wir ja auch die Kirchenglocken läuten.“
Beide Antworten – die der Stadt und die des Pastors – greifen zu kurz. Der Muezzinruf ist nicht einfach mit dem Glockengeläut zu vergleichen. Zum einen rufen Glocken nicht nur zu Gebet und Gottesdienst und sind schon von daher in ihrer Funktion zu unterscheiden. Zum anderen – und das unterscheidet das Glockenläuten vom Muezzinruf vor allem – ist der Ruf des Muezzins nicht nur die Einladung zum Gebet sondern selbst schon eines. Ins Deutsche übersetzt ertönt bis zu fünf mal täglich:
Allah ist größer. Allah ist größer. Allah ist größer. Allah ist größer.
Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah.
Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.
Auf zum Gebet! Auf zum Gebet!
Auf zum Heil! Auf zum Heil!
Gott ist größer! Gott ist größer!
Es gibt keinen Gott außer Allah.
Ich bin gewiss nicht der Ansicht, dass Religion nur noch im Privaten zu erdulden sei. Deshalb kann es hier auch nicht um ein Verbot durch die Stadt Rendburg gehen.
Doch kann auch die Politik sich über die reine Dezibel-Messung hinaus mit der Frage beschäftigen, ob ein Gebetsruf in Arabischer Sprache, der über Lautsprecher mehrfach täglich im ganzen Stadtteil zu hören sein wird, die Entwicklung des Stadtteils nicht schon durch diese Form massiv beeinflusst. Die Möglichkeiten der Stadt, sich mit dem Moscheevorstand abzustimmen, wären vielfältig: Es könnte gefordert werden, dass der Ruf auf Deutsch gesprochen wird. Es könnte eruiert werden, ob der Ruf über Lautsprecher ertönen müsste. Da ginge einiges.
Den Pastor würde ich gerne fragen, ob er einem täglichen Gebetsruf der Zeugen Jehovas oder meinetwegen auch Scientology genauso undifferenziert gegenüber stünde. Ich vermute, er würde es in diesen Fällen wagen, Einwände zu erheben. Ich kann mir vorstellen, dass er befürchtet, intolerant zu sein, wenn er den Muezzinruf aus theologischen Gründen hinterfragt.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Islam würde ihn aber genauso wenig zu einem intoleranten Menschen machen, wie es die Auseinandersetzung mit anderen Glaubensgemeinschaften macht: Die Kritik an einer Religion ist zu unterscheiden davon, dass ihren Mitgliedern Respekt und Toleranz entgegengebracht wird. Anders ausgedrückt: Ich kann den Islam insgesamt für gefährlich halten und trotzdem mit einem Muslim befreundet sein.
Die Diskussion um Islam, Moschee und Mezzinruf schwankt zu oft nur zwischen “Das gehört verboten!” oder “Das gehört überall erlaubt!”. Aber nicht jeder, der für den Bau einer Moschee eintritt, ist ein Vaterlandsverräter und nicht jeder, der ihn ablehnt, ein Ewiggestriger. Die gegenseitigen Vorwürfe schaden vor allem einem: Der wirklichen Integration von Muslimen. Und sie schaden der Diskussion selbst. Die aber muss geführt werden.
Religiöser Fortschritt
Montag, März 2nd, 2009Mit einer feierlichen Prozession ist am Sonntag in Hamburg-Altona Nordelbiens erste “Kirche der Stille” eröffnet worden. Hier werden künftig stille Andachten, Meditationen und spirituelle Vorträge angeboten. [...] Der Innenraum wurde nach Feng-Shui-Prinzipien umgestaltet. [...]
Wundert’s noch wen?
Sind wir wirklich dieser Papst?
Samstag, Januar 24th, 2009Der Papst hat die Exkommunikation von vier “Traditionalisten-Bischöfen” aufgehoben. Es soll ein Zeichen des guten Willens gegenüber den erzkonservativen Kirchenspaltern sein, die von Erzbischof Marcel Lefebvre geweiht worden waren. “Der Papst hoffe nach diesem Schritt auf eine rasche und vollständige Versöhnung und Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft.” heißt es in einer Mitteilung der KNA.
Der Schritt des Papstes ist erstaunlich – weiß Benedikt XVI. doch sonst sehr wohl, dass der Einheit um jeden Preis, die Glaubwürdigkeit, die rechte Lehre, vorzuziehen ist.
Seine Entscheidung, den reaktionären Kräften der Kirche entgegenzukommen ist nicht nur theologisch sehr fragwürdig – wirklich erschreckend wird die Entscheidung des Kirchenoberhauptes, wenn man die rehabilitierten Priester genauer betrachtet:
Unter ihnen ist auch der Brite Richard Williamson, der wiederholt das volle Ausmaß des Völkermords an den Juden während des Nationalsozialismus leugnete. So hatte er zuletzt am Mittwoch im schwedischen Fernsehen gesagt: „Ich glaube, dass es keine Gaskammern gegeben hat.“ Zudem behauptete er, in den deutschen Konzentrationslagern seien nicht sechs Millionen Juden getötet worden, sondern lediglich bis zu 300.000.
Wir sind Papst? – Schön wäre es! Dieser Papst bin ich bestimmt nicht!
Andrea Nahles hat gepredigt….
Sonntag, November 16th, 2008…. und die Liturgie des Gottesdienstes steht hier.
Viel interessanter ist der Inhalt ihrer Predigt. Sie sagte:
“Wir sind der Tempel Gottes, aber wir brauchen auch reale Räume, in denen wir Mensch werden können. Auch öffentlich zugängliche Räume, Orte des Begegnens, des Lernens, ich sage daher klar: Der Religion sollte an öffentlichen Schulen ein ordentliches Lehrfach gegeben werden. Wahlfreiheit heißt für mich auch, Ort und Raum zu schaffen, für eine echte Wahl, um Mensch zu werden.”
Ich stimme zu.
Kölner Demokratie
Montag, September 22nd, 2008Wie es aussieht, wenn Köln den Sieg der Demokratie feiert, beschreibt treffend Gay West:
50.000 Gutmenschen verhindern die genehmigte Kundgebung von 50-200 Bösmenschen. Mittels Aufruf zum Rechtsbruch durch den Oberbürgermeister und seiner anschließenden Teilnahme daran, mittels Pflastersteinen und Feuerwerkskörpern, Teppichmessern und verbranntem Bahneigentum, eingeworfenen Autoscheiben und brennenden Müllcontainern. [weiterlesen...].
Kirchliche Meldungen: Vielehe, Bischöfinnen und Kommerz
Dienstag, Juli 8th, 20081. Mit einiger Verspätung sorgt das neue Personenstandsgesetz für Aufregung: Ab dem 1. Januar 2009 ist demnach die standesamtliche Trauung nicht mehr Voraussetzung für eine kirchliche Trauung. Auch andere Blogs diskutieren Fort- oder Rückschritt. (weiterlesen…)
Wo sind all die Ketzer hin?
Mittwoch, April 9th, 2008Ab September wird es eine Milliarde Ketzer weniger geben. Dann endlich, nach fast 500 Jahren Streit, will die Römisch-Katholische Kirche zugestehen: Es ist richtig, sich am Wort Gottes zu orientieren.
Mit der für September geplanten Rehabilitation Martin Luthers schwenkt der Vatikan ein. Kardinal Kasper wird in der Times dazu so zitiert:
“We have much to learn from Luther, beginning with the importance he attached to the word of God.” It was time for a “more positive” view of Luther, whose reforms had aroused papal ire at the time but could now be seen as having “anticipated aspects of reform which the Church has adopted over time”.
Eine Milliarden Katholiken werden aus dem Ketzertum herausgeführt. Das ist schön. Schade, dass es so lange gedauert hat. Denn wir habens ja schon immer gewusst.
Gefunden bei Tim.
Das ist unser Bischof
Dienstag, Februar 12th, 2008Die katholischen Bischöfe haben einen neuen Vorsitzenden. Wir noch den alten. Das macht aber nichts, der wird im Alter ja erst richtig gut. Und prägnant. Im Interview beweist er das.
