Archive for the ‘Medien’ Category

Gespenstisches Schweigen II oder: Wird Homophobie gesellschaftsfähig?

Mittwoch, November 26th, 2008

In Berlin darf eine Veranstaltung, die Vorurteile gegenüber Homosexuellen abbauen soll, nicht in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil stattfinden. Der Grund: Türkische Jugendliche sollen nicht provoziert werden. Der Berliner Senat versteht das und die Zeitungen schweigen.

“Berlin gilt als attraktive Metropole für Homosexuelle, aber die Realität sieht zunehmend anders aus. Die jüngsten Übergriffe, bei denen Schwule oder Lesben ohne jeden Grund krankenhausreif ttgeschlagen wurden, machen uns Homosexuellen Angst – und immer häufiger haben die Täter Migrationshintergrund. In meinem Freundeskreis wird bereits diskutiert, ob man in der Öffentlichkeit noch Händchen halten oder sich einen Abschiedskuss geben kann.

Ich finde das erschreckend und inakzeptabel und bin nicht bereit das Zurückdrängen unserer Werte- und Ordnungsvorstellungen sowie das Entstehen von Parallelgesellschaften zu akzeptieren. Ich bin nicht bereit die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte einem angeblichen Multikulturalismus zu opfern…..“

- schreibt Sascha Steuer im Tagesspiegel.

Er ist bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Steuer schreibt weiter: (weiterlesen…)

Gespenstisches Schweigen I oder: Ist Antisemistismus als "Volkszorn" wieder okay?

Mittwoch, November 26th, 2008

Am 12. November verwüsten Jugendliche eine Ausstellung über jüdische Unternehmen in der Berliner Humboldt Universität. Die Medien schweigen oder zeigen Verständnis und beschwichtigen.

„Das ist schon irre“, sagt Paul begeistert. „Da gehe ich jeden Tag vorbei und habe nichts davon gewusst.“

Wovon redet er? Paul gehört zu einer Gruppe von Schülern, die eine Ausstellung in der Humboldt-Universität besuchen. Unter dem Titel „Verraten und verkauft – Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945“ werden hier die Geschichten jüdischer Unternehmerfamilien mit Hilfe von Bild- und Textdokumenten nacherzählt.

Paul ist nicht zum ersten Mal hier: 12. November stürmten Jugendliche die Berliner Humboldt-Universität und verwüsteten die Ausstellung. Paul war dabei. Warum die Schüler das taten, darüber gehen die Meinungen auseinander. Christoph Markschies, Präsident der HU, geht von einer geplanten antisemitischen Aktion aus. Innensenator Körting möchte das Geschehen nach eigenen Angaben nicht verharmlosen, sieht aber keinen Anhaltspunkt für eine gezielte Aktion.

Die taz sieht den Vorfall so: (weiterlesen…)

Kirche ist mehr, als die Medien zeigen

Mittwoch, Oktober 3rd, 2007

Ja, die katholische Kirche nervt, wenn sie Lebens- und nicht nur Lebensabschnittsbegleiter sein will. Aber sie muss uns noch mehr auf die Nerven gehen, denn sie hat eben nicht nur einen guten Rat, sondern die frohe, rohe, ungeschminkte Botschaft.

meint Christiane Florin und plädiert dafür, dass die Kirche sich mehr einmischt in den Alltag, nicht zu einer “spirituellen Wellness-Oase” reduzieren lässt.

Recht hat sie! Kirche darf nicht nur für milde Worte gerufen werden, so zu sagen ein Dalai Lama des Westens werden.

Und dennoch: Frau Florin irrt in einem Punkt: Es ist nicht die Kirche (egal, ob evangelisch oder katholisch), die hier im Zugzwang steht, es sind die Medien: Die Kirche ist schon jetzt weit mehr als warme Sozialworte, weise Stellungnahmen zur Bioethik oder fromme Texte von Anselm Grün. Das interessiert nur keinen. Weder das Fernsehen, noch die Zeitungen.

Einzelne Kirchenvertreter haben darauf reagiert: Kardinal Meisner wählt nun immer eine drastische Sprache. Er hat zwar Erfolg – er kommt in die Medien -, ob es dem Evangelium aber dient, erscheint mir fraglich. Denn eine inhaltliche Debatte über seine Äußerungen wird nicht geführt. Es bleibt bei der Empörung über verbale Fehlgriffe.

Da hilft es nichts, zu nerven. Im Gegenteil: Nur in der spirituellen Wellness-Oase wird die Kirche ja geduldet. Die Lösung des Dilemmas? Vielleicht mit der Wellness-Oase zufrieden sein – und in ihr immer wieder etwas von dem “Mehr” der Kirche durchscheinen lassen. Das könnte ein Anfang sein, zu zeigen, dass die frohe Botschaft eben nicht nervt. Sondern durchs ganze Leben begleitet.

ARD und ZDF: Es reicht

Dienstag, September 11th, 2007

Die Frechheit hat gesiegt. Ich erlaube mir Richterschelte. Es kann nicht sein, dass das Bundesverfassungsgericht den Weg dafür ebent, dass die Öffentlich-Rechtlichen Sender ihre Zwangsgebühren weiter in die Höhe treiben dürfen, für Fernsehprogramme, die sich in Nichts und wieder Nichts von den Programmen privater TV-Sender unterscheiden, außer, dass die Soaps und Telenovelas in ARD un ZDF unendlich viel teurer in der Herstellung sind. Es ist ein Skandal und stinkt zum Himmel, wie sich hier eine kleine fette Sender-Elite ihre wirtschaftlichen Vorteile sichert.

Endlich berichtet der Spiegel, wie es im Irak wirklich aussieht

Montag, August 6th, 2007

Für mich stellt es sich so dar: Vier Jahre verbreitete der “Spiegel” über die Lage im Irak im wesentlichen Vorurteile und Klischees und führte eine Art privaten Propaganda-Krieg gegen Präsident Bush. Jetzt sind Spiegel-Reporter im Irak gewesen und siehe da: Schon haben sie ein differenziertes Bild der Lage darstellen können. Ich würde sagen: weiter so.

Mehr Gleichmaß

Donnerstag, Juli 26th, 2007

Ein Kaplan wird wegen Kindesmissbrauch verurteilt. Acht Jahre später bekommt er – nach Therapie und Gutachten, dass kein Rückfall zu erwarten sei – wieder ein Pfarramt.

Die dpa gibt die Meldung raus. Die Welt und die Mitteldeutsche Zeitung haben sie bereits übernommen.

Aber ist das wirklich eine Meldung wert? Doch nur, wenn man die Entscheidung der Kirche für falsch hält, die Gefahr des Rückfalls für zu groß.

Dabei macht die Kirche doch eigentlich genau das, was immer gefordert wird: Sie erkennt an, dass ein Mensch sich ändern kann, dass er eine zweite Chance verdient hat, durch eine Tat nicht für immer verdammt werden kann.

Sieht das die Presse nur nicht, weil es ein katholischer Priester ist? Weil die sowieso unter dem Generalverdacht stehen irgendwie pervers zu sein?

Erinnern wir uns an Joschka Fischer. Wurde da nicht immer so gelobt, dass er sich geändert habe, solch ein toller Wandel: Vom Terroristenhelfer zum Biedermann?

Ich glaube, es wird zu oft mit zweierlei Maß gemessen!

Der Dalai Lama soll in Deutschland beliebter sein, als der Papst? Das glaube ich nicht.

Sonntag, Juli 15th, 2007

Der Dalai Lama ist in Deutschland laut einer neuen Umfrage populärer als der Papst. 44 Prozent der Bundesbürger sehen das geistliche Oberhaupt der Tibeter als „Vorbild“, 42 Prozent entschieden sich für Benedikt XVI., besagt eine Studie von TNS Forschung im Auftrag des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“.
Mir scheint eher, dieses Ergebnis ist aufgrund der Fragestellung zustande gekommen. So wurde beispielsweise danach gefragt, wer die besten Ratschläge für’s Leben geben könne. Klar liegt da der Dalai Lama vorn. Er wird ja auch so wahr genommen. Er funktioniert hier wie Werner Tiki Küstenmacher (Simplify your Life), nur noch netter und eben anders gekleidet.

Lügt Dieter Hildebrandt?

Dienstag, Juli 3rd, 2007

Der linke Gutmensch und humorlose ARD-Kabarettist Dieter Hildebrandt beschimpfte den Focus-Chefredakteur, weil dessen Magazin veröffentlicht hatte, dass er, Hildebrandt, im Alter von 16 Jahren der NSDAP beigetreten war. Ich muss sagen, ich war peinlich davon berührt, wie heftig er auf die Focus-Veröffentlichung reagierte.

Außerdem frage ich mich, ob Hildebrandt die Wahrheit sagte, als er behauptete, nie einen Aufnahmeantrag für den Eintritt in die NSDAP bekommen zu haben. Laut Bundesarchiv war er Mitglied und alle Experten bezweifeln hörbar, dass die NSDAP keine Mitglieder gegen deren Willen aufgenommen hat.

Hat Frau Maischberger am Dienstag in der ARD wirklich behauptet, dass Präsident Bush "Krieg im Namen Gottes führt"?

Mittwoch, Juni 20th, 2007

Frau Maischberger sagte in ihrem Talk am Dienstag abend (ARD, 22:45) in einer Zwischenmoderation, Präsident Bush führe “Krieg im Namen Gottes”. Einfach so, sozusagen als Überleitung und als sei das eine ganz klare Sache.
Bitte sagen Sie mir, wenn ich diesen Satz nicht richtig verstanden habe. Ich wünschte, ich hätte ihn falsch verstanden, denn sonst müsste ich ja glauben, dass Frau Maischberger eine an der Waffel hat. Vielleicht war sie auch abgelenkt und hat gerade an die Blues Brothers gedacht, die immer im Auftrag des Herrn unterwegs waren.

Greenpeace übernimmt die Berichterstattung

Donnerstag, Juni 7th, 2007

Greenpeace-Mitglieder dringen mit einem besonders schnellen Schlauchboot in die Sperrzone vor Heiligendamm ein. Beamte der Bundespolizei müssen sie mit ihren Schlauchbooten und einem Schnellboot jagen. Nur mit extrem gefährlichen Manövern, bei denen sie das eigene Leben riskieren, gelingt es ihnen, das Greenpeace-Boot zu stoppen.
Diese abenteuerlichen Szenen werden aus der Luft gefilmt und im Fernsehen übertragen. Dazu kommentieren in den Sendern n-tv und N 24 die Greenpeace-Mitglieder Svenja Koch und Björn Jettka. Selbstbewußt, selbstgerecht, “betroffen”.Ich frage mich: Wie können sich diese Sender zum Sprachrohr einer Organisation machen, die mit ihrem brutalen, rechtswidrigen Vorgehen das Leben von Polizisten in Gefahr gebracht hat?